Montag – zwischen Routine und Verantwortung

Der Montag beginnt wie fast immer. Eindeutig zu früh! Der Wecker klingelt um 5:00 Uhr und für einen kurzen Moment frage ich mich, ob ich wirklich schon aufstehen muss. Muss ich. Will ich.

Im Büro, unserer „Brücke“ von Arche mobil, ist es bereits geschäftig. Kaffeebecher klirren, munteres Stimmengewirr, routinierte Aufgabenbesprechung, schnelle Absprachen. Die Touren stehen bereits fest, abgestimmt auf unsere Dienstpläne.

Doch wie so oft kommt es anders als gedacht. Eine Kollegin ist krank. Ihre Einsätze müssen kurzfristig umverteilt werden. Schon jetzt ist klar, der Tag wird enger als geplant.

Nach der Besprechung bereite ich alles vor. Ich packe mein Dienstauto. Desinfektionsmittel, Handschuhe, Unterlagen, alles, was ich brauche. Dann geht’s direkt los.

Meine erste Patientin erwartet mich bereits. Grundpflege.
Ich helfe ihr beim Aufstehen, begleite sie ins Bad, unterstütze sie beim Waschen. Die Abläufe sind vertraut, jeder Handgriff sitzt. Doch irgendwas ist anders: Heute ist sie aufgeweckter als sonst. Sie wirkt stabiler. Kräftiger. Ich freue mich darüber, arbeite zügig weiter und wir kommen ins Gespräch, lachen auch kurz. Solche Momente tun gut. Ihren verbesserten Zustand werde ich später in der Dokumentation festhalten.
Nach dem Anziehen creme ich ihre Haut ein und achte dabei genau auf mögliche Druckstellen. Es sind oft diese kleinen, unscheinbaren Dinge, die in der Pflege den Unterschied machen.

Als ich gehe, sagt sie lächelnd: „Gut, dass Sie wieder da waren.“ Kein großer Satz. Aber er begleitet mich durch den ganzen Tag.

Die weiteren Einsätze folgen im gewohnten Rhythmus. Medikamentengabe, Blutdruckkontrollen, Unterstützung beim Essen, kurze Gespräche mit Angehörigen im Türrahmen.
Dazwischen immer wieder Autofahrten. Regen, Sonne, Verkehr. Ein bisschen Zeit zum Durchatmen, bevor es zum nächsten Patienten weitergeht.

Jeder Einsatz ist anders. Jeder Mensch bringt seine eigene Situation mit. Und jedes Mal stelle ich mich neu darauf ein. Am Ende des Tages merke ich: Erfahrung und Routine geben den Patient:innen aber auch mir viel Sicherheit.


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